Fortbildung in Marburg: 15.-17. April 2016

Fortbildung in Marburg: 15.-17. April 2016

Weltkonsum & Klimawandel – Die verinnerlichte Kultur des Wachstums

Theaterpädagogische Multiplikator_innen-Fortbildung für die (außer-) schulische Bildungsarbeit zu mentalen Infrastrukturen des Wachstums und Postwachstum
Inklusive: Öffentlicher interaktiver Theaterabend „Wandelklima“ am Freitag 19-21h

Wirtschaftswachstum prägt maßgeblich unsere Ökonomie und Politik. Doch die Bedingung, unter denen das wachstumsbasierte Wirtschaftsmodell erfolgreich war, existiert nicht mehr: die Verfügbarkeit großer Teile des Planeten für die Menschen im globalen Norden. Angesichts globaler ökologischer, sozialer und ökonomischer Krisen, wie Klimawandel oder der weiter zunehmenden Ungleichverteilung von Reichtum und Entfaltungsmöglichkeiten stellt Wachstum kein zukunftsfähiges Konzept dar. Eine sozial-ökologische Transformation braucht jedoch nicht nur technische, ökonomische und politische Lösungen, sondern muss ebenfalls kulturelle und sozial-psychologische Dimensionen berücksichtigen.
Die Vorstellung von unendlichem Wachstum haben wir auch als individuelle Menschen tief verinnerlicht. Sie prägt als „mentale Infrastrukturen“ unsere Wünsche sowie unser Denken und Fühlen. Sie beeinflusst ebenfalls unsere Wahrnehmung von Glück und Erfolg, die uns allzu oft verleitet, möglichst viel von der Welt zu konsumieren – sei es durch Reisen, materielle Güter oder soziale Kontakte. Andererseits verhindern mentale Infrastrukturen, unsere Wünsche nach einer notwendigen sozial-ökologischen Transformation konsequent umzusetzen. Wie fördern wir also ein Wandelklima, statt eines Klimawandels? Welche kulturellen Leitbilder können wir dafür stärken?

Wachstum in der Bildungsarbeit & Theaterpädagogik
Die Debatte um Wirtschaftswachstum prägt derzeit den Nachhaltigkeitsdiskurs. Sie wird jedoch im Globalen Lernen und der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) wenig berücksichtigt. Das Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V. arbeitet seit einigen Jahren daran, das Thema inhaltlich und methodisch stärker in der Bildungsarbeit zu etablieren.
Das Transition Theater wiederum wendet die partizipativen Methoden des Theater der Unterdrückten und des Theater zum Leben auf die Themen und Fragen der Transition- und Postwachstumsbewegung an. Theaterarbeit wird so zu einem Zukunftslabor und Proberaum für eine tiefgreifende innere und äußere Transformation.

Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an Lehrer_innen und Multiplikator_innen in (außer-) schulischen Bildungseinrichtungen, die mit jungen Menschen zwischen ca. 15 und 25 Jahren arbeiten.

Ziele
Die Fortbildung zeigt konkrete (theaterpädagogische) Herangehensweisen auf, mit denen Sie auf aktive, vielfältige und anschauliche Weise zu Wachstum und Klimawandel im Kontext mentaler Infrastrukturen arbeiten können. Der Fokus liegt dabei darauf, junge Menschen darin zu unterstützen,  verinnerlichte wirtschaftliche Konzepte zu verstehen, eigene Handlungsspielräume zu entwickeln und die Gesellschaft der Zukunft mitzugestalten. Die Fortbildung bietet zudem Raum für inhaltlichen und didaktischen Austausch sowie die Planung kleiner Einheiten für den jeweils eigenen Kontext.

Inhalte
Die Fortbildung orientiert sich am Vorwissen und den jeweiligen Arbeitskontexten der Teilnehmenden. Folgende Themenbereiche werden theaterpädagogisch und theoretisch behandelt:

> Ökonomische Grundlagen von Wirtschaft und  Wachstum sowie die sozialen, ökologischen und psychischen Grenzen des Wachstums
> Mentale Infrastrukturen des Wachstums: Wie haben wir das Wachstumsdenken verinnerlicht?
> Wie kann theaterpädagogische Bildungsarbeit die mentalen Infrastrukturen des Wachstums begreifbar machen und Strategien der Veränderungen entwickeln?
> Pioniere der kulturellen Transformation: Welche kulturellen Leitbilder unterstützen die Akteure des Wandels in ihrem Handeln?

Methoden
Unsere Bildungsmethoden sind vielfältig, setzen auf Aktivierung der Teilnehmenden und berücksichtigen unterschiedliche Lerntypen. Aus der Theaterarbeit werden insbesondere Übungen und Spiele, Bildertheater sowie die Methode Polizist im Kopf intensiv angewendet und reflektiert.

Rahmendaten
Wann: 15.-17. April (Freitag 16h-21h, Samstag 10h-18h, Sonntag 10h-13h)
Wo: Marburg (genauer Ort wird noch bekanntgegeben)
Wer: Lehrerinnen und Lehrer sowie Personen, die in der außerschulischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen tätig sind.
Teilnehmenden-Beitrag: 60€, ermäßigt nach Selbsteinschätzung 40€ (zusätzlich 10€ für das Methodenset)

Alle InforTransition Theatermationen finden Sie auch hier in unserem Informationsflyer!

Die Fortbildung in Marburg wird durchgeführt in Zusammenarbeit mit Transitiontheater.

Bei Interesse oder Fragen freuen wir uns über eine E-Mail an fortbildung [at] knoe.org oder einen Anruf unter 0341/39281686. Anmeldeschluss ist der 01. April.

Die Bildungsarbeit wird unterstützt durch
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Gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst