Seminar

Seminar Bild: Konzeptwerk

Ackern für die Zukunft – Lokale Landwirtschaft und globale Ernährungssouveränität
17.-22. September 2018 in Leipzig

 

Bereits zum dritten Mal veranstalten wir in diesem Sommer unsere Seminarwoche zur Zukunft der Landwirtschaft. Dieses Jahr mit einem Fokus auf die Ernährungswende in der Stadt! Hier geht’s zum vorläufigen Programm.

Darum geht’s: Die Nahrungsmittelproduktion ist eine, wenn nicht unsere wesentlichste Lebensgrundlage, doch das derzeit vorherrschende Modell der industriellen Landwirtschaft ist zwar sehr produktiv, aber weder sozial noch ökologisch verträglich. Einerseits beherrschen zunehmend große Konzerne die gesamte Produktionskette von Lebensmitteln. Die Arbeitsbedingungen sind aufgrund dieser Machtkonzentration, aber auch in Folge der geringen Wertschätzung für diesen eigentlich so relevanten gesellschaftlichen Bereich schlecht und die Löhne niedrig. In Europa müssen viele kleinere Bauern und Bäuerinnen ihre Höfe aufgeben, weil sie dem Preisdruck nicht standhalten können. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft in Ländern des globalen Südens, von der viele Menschen abhängen, wird kaum gefördert, so dass häufig ausgerechnet die ländliche Bevölkerung am stärksten unter Hunger und Fehlernährung leidet. Gleichzeitig sind die negativen ökologischen Auswirkungen der derzeitigen Landwirtschaft enorm: Sie trägt stark zum Klimawandel bei, ist Mitverursacherin von Artensterben sowie der Verschmutzung von Böden und Gewässern. Durch den voranschreitenden Verlust fruchtbarer Böden beraubt sich die Landwirtschaft ihrer eigenen Lebens- und Produktionsgrundlagen.

Im Seminar beschäftigen wir uns einerseits intensiv mit diesen globalen Fragen, erkunden aber gleichzeitig Ansätze für eine Agrarwende und nehment sowohl zukunftsweisende Konzepte für die Landwirtschaft als Ganzes als auch konkrete Beispiele in und um Leipzig in den Blick. Nachdem wir die letzten beiden Jahre auf dem Solidarischen Landwirtschaftsbetrieb Rote Beete zu Gast waren, ziehen wir dieses Jahr vom Acker in die Gärten der Stadt und legen den Schwerpunkt stärker auf die Gestaltung des Ernährungssystems aus einer städtischen Perspektive. Warum? Zwar findet die Nahrungsmittelproduktion weiterhin größtenteils in ländlichen Räumen statt und muss natürlich auch dort gestaltet und verändert werden. Doch der Anteil der Städte an der Bevölkerung wächst und damit natürlich auch ihr Bedarf an Nahrungsmitteln. Das Thema Ernährung sollte deshalb auch (wieder) ein städtisches Thema sein.

Und das Interesse wächst – seit einigen Jahren gründen sich verstärkt neue Ernährungsinitiativen in der Stadt: Urban Gardening Projekte nutzen städtische Flächen zum Anbau, aber auch zur Stadtgestaltung und zur Bewusstseinsbildung über Ernährungsthemen; Initiativen wie Foodsharing oder Slow Food arbeiten an einer besseren Verteilung und Nutzung von Lebensmitteln; lokale Verarbeiter_innen entwickeln direkte und transparente Stadt-Land-Beziehungen…

Die Idee, städtische Ernährungsräte zu etablieren, (die es in Köln und Berlin bereits gibt) wird derzeit in verschiedenen Städten diskutiert und setzt das Thema auf die kommunalpolitische Agenda. Die Ansätze sind vielfältig und hier und da entstehen inspirierende Ideen.

Unser Seminar ist offen für Aktive im Ernährungsbereich sowie alle Interessierten . Geplant ist eine gute Mischung aus inhaltlichen und praktischen Workshops, Exkursionen und Diskussions- und Reflexionsräumen. Wir planen das Seminar in enger Zusammenarbeit und in räumlicher Nähe mit dem Gemeinschaftsgarten ANNALINDE sowie weiteren Akteuren in der Stadt. Wir sind vieldraußen und unterwegs, genießen den Sommer in der Stadt, fahren aber auch mal raus aufs Land.

Vorläufiges Programm ansehen.

Zum Flyer.

Facts:
17.-22.09.2018 in Leipzig Lindenau (genauer Ort wird noch bekannt gegeben)
Das Seminar steht allen interessierten Menschen offen. Plätze: max. 25
TN-Beitrag nach Selbsteinschätzung: 100-160 Euro (inkl. Übernachtung und Vollverpflegung)
Übernachtung: voraussichtlich in Doppel- und Mehrbettzimmern

Hier geht’s zur Anmeldung!

Kontakt: seminare [at] knoe.org

 

 

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Gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst